Das Museumskonzept

Das Fischereimuseum Langenargen ist das erste Museum dieser Art Baden-Württembergs.

Die Gemeinde Langenargen ist eines der Fischereizentren am See und hat eine lange Fischerei Tradition in Verbindung mit der Fischbrutanstalt und der Fischerei– und Seenforschung. Damit ist die Gemeinde Langenargen ein prädestinierter Ort für ein Museum, das sich facettenreich mit dem Thema der Fischerei befasst.

Das Museum versteht sich als außerschulischer Lernort. Hier soll einer breiten Zielgruppe (unter anderem SchülerInnen, Familien, Einheimischen und TouristInnen) die lebendige Heimatgeschichte der Gemeinde Langenargen vermittelt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Vermittlung einer langsam aussterbenden Fischereitradition, die nicht mehr Teil der Lebenserfahrungen der jüngeren Zielgruppe ist. Es ist speziell zu erwähnen, dass das Museum von FischerInnen ins Leben gerufen wurde, die das Anliegen haben, die Geschichte besonders authentisch zu vermitteln. Die BesucherInnen erhalten also durch den direkten Kontakt mit den FischerInnen authentische Führungen mit hoher Kompetenz und erleben die Gesichte hinter dem abstrakten Berufsbild. Durch die Interaktionen ist die Reflexion der historischen und aktuellen Entwicklung und Forschung möglich. Die BesucherInnen sind somit sensibilisiert für die Zukunft aus Erkenntnissen der Vergangenheit.

Das Museum bietet den Besucherinnen die Möglichkeit, es durch digitale Ausstellungselemente wie Filme und audiovisuelle Textbeiträge selbstständig als Wissensspeicher zu nutzen. Das Museum greift damit aktuelle museumspädagogische Entwicklungen auf, besonders die Abwendung von traditioneller textlastiger Vermittlung hin zu audiovisueller Vermittlung. Auch kann das Museum damit die Lebenswelt der jüngeren Zielgruppe aufgreifen, die durch digitale Medien bestimmt wird. Das Museum erschafft eine partizipative Ausstellungsfläche mit Elementen wie Netzen, Bojen diversen Fischereigeräten sowie auch ein Aquarium mit Bodenseefischen, der Vorstellung der Fischarten und der Herstellung von Fanggeräten. So kann die Ausstellung selbstständig erschlossen werden. Dem Museum war es wichtig, Partizipation direkt in der Dauerausstellung zu verankern, dieses Konzept soll auch für alle zukünftigen geplanten Wechselausstellung umgesetzt werden.

Das Museum versteht sich als Teil der Gemeinde Langenargen. Daher strebt es zahlreiche Kooperationen mit lokalen Partnern an. Dazu gehören die Gemeinde Langenargen, der Angelsportverein, lokale Hotels, Schulen und Kindergärten, die Fischerei– und Seenforschung, die Fischbrutanstalt, sowie die Tourist-Information. Das Museum soll für die große Zahl der Besucher, als Treffpunkt des Austausches und der Diskussion für die Gemeinde fungieren.

Das Museum plant ein Angebot diverser Führungsformate und Vorträge. Dabei soll es auch um die Sensibilisierung der Besucher für die Natur und für das Ökosystem Bodensee gehen. Diese Thematik ist im Kontext der gegenwärtigen klimatischen Entwicklung sehr aktuell. Das Museum als außerschulischer Lernort will so die BesucherInnen für ein wichtiges Thema sensibilisieren.

Das Museum begreift Vermittlungsarbeit als integralen Bestandteil der Institution Museum und realisiert deren Bildungsauftrag nachhaltig.